Gaststätte "Braband" 
Alsterdorfer Straße 81 A+B

Nach oben alt und neu 1867 1889 1909 1914 1993 Numme 81 A Gaststätte Brabant


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Im Norden Winterhudes an der Zollgrenze (ab 1864) erbaut ca. im Jahr 1860 der Gastwirt Hauschild ein Wirtshaus mit Destille, mit Blick auf die unbebauten Baumkoppeln, den Braamkamp, über die Bögen der Alster und die Flächen: Lattenkamp , Böge, Kampwiesen. Auf der Vogteikarte von 1867 sind die Gebäude eingetragen.

Später bekommt das Wirtshaus den Namen  "Brabant" (nach dem Eigentümer).

Ausschnitt aus der Vogteikarte M 1:4000 von Winterhude / Planarchiv Denkmalschutzamt von 1867

 

In Winterhude gibt es gegen Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Kneipen. Eine der ersten war in der Alsterdorfer Straße, die von Hausschild. Die körperlich schwer arbeitenden Männer spielten hier nach der Arbeit bei Bier und Korn Karten und tauschten Neuigkeiten oder politische Ansichten aus, da in den engen Wohnungen bei der großen Kinderzahl nur wenig Platz war. 
 Was an Tresen oder Biertisch besprochen wurde, schien in der Kaiserzeit der Hamburger Politischen Polizei wichtig genug, um, nicht nur in Winterhude, Spitzel in die Lokale zu schicken und auf Volkes Stimme zu lauschen.

 Hamburg  bleibt dem 1834 gegründeten Deutschen Zollverein fern. 1864 wird das immer volkreicher werdende Dorf Winterhude in das Hamburgische Zollgebiet mit einbezogen und gehört bis 1888 zum so genannten „Freihafengebiet", während die Nachbarorte Alsterdorf und Ohlsdorf von der Landherrenschaft der Geestlande verwaltet werden und seit 1868 zum Zollverein gehören. Die Bewohner dieser Dörfer müssen daher auf bestimmte Waren, wie z.B. Kaffee und Zucker, Zoll entrichten, sobald sie das Stadtgebiet verlassen. So manche füllige Dame soll damals in der Straßenbahn zwei Plätze beansprucht haben, weil ihre Röcke so dick und schwer waren. Entlang der Grenze zu Alsterdorf - teilweise entlang der Alsterdorfer Straße - verläuft  die »Acciselinie« (Zollgrenze).Das „Accisehaus" befand sich am Winterhuder Marktplatz, bei der Einmündung der Alsterdorfer Straße.

Um das Jahr 1860 wird der Bauantrag für eine Gaststätte an der Alsterdorfer Straße von Herrn Hauschild gestellt. 

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Auch nach dem Anschluss an das neu gegründete Deutsche Reich 1871 beharrt die Stadt auf ihrer Zollhoheit.  

Am 1. 11. 1881 wird in  im Bauernhaus von Claus Ellerbrock, Alsterdorfer Straße 234 ein Nebenzollamt eingerichtet. 

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Die aus Hamburg heimwärts kommenden Alsterdorfer müssen für mitgebrachte Genussmittel eine Abgabe entrichten. Für getrunkenes Bier und Korn kann keine Abgabe erhoben werden. Die Hamburger Wirte an der Zollgrenze verdienen gut auch der Alsterdorfer Straße 81 A+B.

Die Stadt Hamburg gibt erst 1888 ihre Zollhoheit  auf, nachdem der Freihafen in Betrieb genommen worden ist. Damit wird die Zollgrenze am 15. 10.1888  aufgehoben.

Die großen Bauvorhaben, Alsterregulierung, Hochbahnbau, Bau von Mietshäusern und Stiftswohnungen bringen bis Beginn des Ersten Weltkriegs ausreichend Gäste in die Kneipen.

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